Lungenheilkunde

  • Blutgasmessungen (einschließlich Verordnung von Sauersstofflangzeittherapie)
    Hier wird die Sauerstoff- und die Kohlendioxidkonzentration in Ihrem Blut gemessen. Es wird auf Hypoxämie (zu wenig Sauerstoff) und Hyperkapnie (zu viel Kohlendioxid) untersucht. Dafür wird normalerweise etwas Blut aus einer Arterie abgenommen, um so genau messen zu können, wie viel Sauerstoff an den Körper abgegeben wird.
    Für die Abnahme von Blut aus einer Arterie am Handgelenk oder am Schenkel wird normalerweise eine Nadel verwendet. Falls bei Ihnen eine Sauerstofftherapie besteht, dann kann der Sauerstoff vor der Blutabnahme für 20 bis 30 Minuten abgeschaltet werden oder, falls Sie das nicht vertragen, dann wird die in dieser Zeit verabreichte Sauerstoffmenge genau aufgezeichnet. Das Blut aus dieser Blutprobe wird sodann auf seinen Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt analysiert. Nach der Blutabnahme wird man Sie ersuchen, 5 Minuten lang fest auf die Stelle zu drücken, an der das Blut abgenommen wurde.
    Ärzte können den Sauerstoffgehalt im Blut auch mit einem Spezialgerät messen, das man als Pulsoximeter bezeichnet. Bei diesem Gerät wird keine Nadel verwendet, sondern ein kleiner Sensor, der an eine Fingerspitze oder an ein Ohrläppchen angelegt wird. Dieser Sensor bestimmt wie viel Sauerstoff im Blut vorliegt, indem es die Lichtstärke misst, die durch die Haut ausgestrahlt werden kann.
  • Große Lungenfunktionsmessung (Bodyplethysmographie)
    Ist ein wichtiges Verfahren zur Prüfung der Lungenfunktion. Anhand der Ergebnisse der Bodyplethysmographie (plethys = Menge; graphein = aufzeichnen) kann der Arzt beurteilen, ob Lunge und Atemwege normal arbeiten oder durch Erkrankungen geschädigt beziehungsweise verengt sind.
    Mithilfe der Bodyplethysmographie lässt sich die Luftmenge in der Lunge messen. Neben dem gesamten Lungenvolumen gibt die Untersuchung Auskunft über den Atemwegs-Widerstand (Resistance) und das Residualvolumen. Der Atemwegs-Widerstand bezeichnet den Strömungswiderstand in den Atemwegen. Das Residualvolumen bezeichnet die Luftmenge, die auch dann in der Lunge verbleibt, wenn die untersuchte Person maximal ausgeatmet hat.
    Während der Bodyplethysmographie sitzt die zu untersuchende Person in einer luftdichten Glaskammer und atmet über ein Mundstück ein und aus. Ein Messgerät registriert unter anderem die Druckveränderungen in der Kammer, die beim Atmen entstehen.
    Die Bodyplethysmographie ist vor allem für die Diagnose von obstruktiven (Verengung oder Verlegung der Atemwege) und restriktiven (Entfaltung der Lunge behindert) Lungenerkrankungen sehr bedeutsam.
    Die Bodyplethysmographie zeigt auch an, wie schwer die Lungenerkrankung ist. Besonders bei Krankheiten der Lunge, die chronisch voranschreiten können, kann regelmäßiges Messen der Lungenfunktion Veränderungen rechtzeitig anzeigen – so kann der Arzt sofort behandeln.
    Für die Bodyplethysmographie ist es nicht unbedingt nötig, dass der Patient aktiv an der Untersuchung mitarbeitet. Die Werte lassen sich bereits ablesen, während der Patient ganz normal atmet. Außerdem birgt die Bodyplethysmographie keinerlei Risiken für die Gesundheit des Untersuchten – es wirken weder Strahlung noch andere schädliche Einflüsse auf ihn ein.
  • Bronchiale Provokationsmessung
    Mit dieser Untersuchung wird überprüft, ob und wie ausgeprägt eine bronchiale Überempfindlichkeit vorliegt, z.B. als Ursache eines chronischen Hustens oder zur Diagnostik eines Asthma Bronchiale.
    Die Untersuchung erfolgt im Rahmen der Lungenfunktionsuntersuchung, indem der Patient stufenweise eine Lösung in aufsteigender Dosierung inhaliert, welche zu einer Verengung der Bronchien führt, wenn eine bronchiale Überempfindlichkeit vorliegt. Nach Abschluss der Untersuchung erhält der Patient ein inhalatives Medikament, welches wieder zur Öffnung der Bronchien und Überführung in den Normalzustand führt.
    Die Untersuchungsdauer beträgt ca. 20-25 Minuten.
  • Bronchialer Spasmolysetest
    Eine Spirometrie vor und nach Gabe eines bronchienerweiternden Medikamentes erlaubt oft sichere Aussagen über den Grund der Atemstörung. So genannte Bronchodilatoren (zum Beispiel Salbutamol oder Fenoterol, die zu den kurz wirksamen Beta-2-Sympathomimetika gehören) bewirken bei Asthmatikern eine Erweiterung der verengten Bronchien. Nach dem Inhalieren eines solchen Medikaments wird die Lungenfunktion (das FEV1) 15 Minuten später erneut im Spirometer gemessen. Ist dieser Wert besser als der zuvor gemessene (um mehr als 200 ml und mindestens um 15% gegenüber dem Ausgangswert angestiegen), dann hat dem Patienten das Medikament offensichtlich geholfen und die Vermutung, dass er unter Asthma bronchiale leidet, bestätigt sich.
  • Endoskopische Untersuchung und Behandlung der Bronchien/Lunge (Bronchoskopie)
    Der Begriff Bronchoskopie setzt sich zusammen aus den griechischen Worten "bronchus" für Luftröhre und "skopein" für schauen. Die Lungenspiegelung, wie das Verfahren manchmal auch genannt wird, ist die wichtigste diagnostische Maßnahme bei Verdacht auf Lungenkrebs. Das Verfahren wird aber auch zur Entnahme von Abstrichen und Gewebeproben, zur Bronchienspülung (Bronchial-Lavage) beispielsweise bei chronischer Bronchitis und Asthma bronchiale, zur Abklärung von Atemwegs-Verengungen, zur Feststellung von Bereichen mit Minderbelüftung der Lunge (sogenannte Atelektasen) und zur Entfernung von Fremdkörpern angewandt. Mit der Bronchoskopie ist es dem Arzt möglich, die Bronchien des Patienten und deren Verzweigungen mit einem durch die Luftröhre eingeführten optischen Gerät – dem Bronchoskop – zu begutachten. Wird nur die Luftröhre untersucht, nennt man das Verfahren Luftröhrenspiegelung bzw. Tracheoskopie.
  • Wie läuft die Bronchoskopie-Untersuchung ab?
    Zur Bronchoskopie muss der Patient nüchtern sein und sollte einen Tag vor dem Eingriff nicht rauchen. Der Endoskopschlauch wird durch die Luftröhre bis maximal zu den dritten oder vierten Teilungskanälen der Bronchien vorgeschoben. Die Atemwege haben keine Schmerzrezeptoren, die eigentliche Untersuchung ist also schmerzlos. Um den Husten- und Würgereiz im Rachen zu unterdrücken, erhalten Patienten dort vorher mit einem Spray eine lokale Betäubung, manche bekommen auch ein Beruhigungsmittel verabreicht, sodass sie die – je nach Art der Erkrankung und Zweck der Untersuchung fünf bis 30 Minuten dauernde – Prozedur kaum wahrnehmen. Auch einige Stunden nach der Untersuchung sollte der Patient weder essen und trinken noch rauchen: Durch die lokale Betäubung des Rachenraums könnte er sich heftig verschlucken. Eine Vollnarkose ist selten nötig, außer wenn statt des flexiblen Schlauchs ein starres Bronchoskop aus Metall verwendet wird. Dieses wird inzwischen nur noch selten benutzt und dient hauptsächlich der Entfernung von Fremdkörpern oder zur Laserbehandlung, zum Beispiel bei der Entfernung von Blutschwämmen aus der Luftröhre.
  • Umfassende Laboruntersuchungen
  • Umfassende und ganzheitliche klinische Untersuchung